AK NoFortressEurope

DEN AK NO FORTRESS EUROPE GIBT ES LEIDER NICHT MEHR.

Zurzeit konzentrieren wir uns auf die Diskussion, was wir eigentlich unter Rassismus verstehen. Diese Diskussion soll die Grundlage dafür bilden, sich mit dem Zusammenhang von Rassismus und Feminismus auseinander zu setzen. Bereits seit Jahrzehnten formulieren Schwarze und migrantische Feminist_innen massive Kritik daran, dass weiße Feminist_innen in ihrem politischen Kampf Schwarze und migrantische Perspektiven übergehen.
In unserem Arbeitskreis nehmen wir uns dieser kritischen Positionen an. Dabei ist es uns wichtig, weiße feministische Zusammenhänge auf rassistische Verhaltensweisen zu hinterfragen. Gleichzeitig verstehen wir uns jedoch selbst als Feminist_innen und wir haben kein Interesse daran, feministische Projekte an sich in Frage zu stellen. Viel mehr beschäftigt uns die Frage, wie eine antirassistische, feministische Praxis möglich ist.
Bisher haben wir einige Texte zum Thema gelesen und diskutiert. Dabei ist es uns jedoch wichtig, nicht nur theoretisch zu arbeiten, sondern in näherer Zukunft auch Aktionen zu starten. Dafür war unser Einführungsseminar zu Rassismus und Critical Whiteness, welches vom 4.-6. Juni 2010 statt gefunden hat, sehr inspirierend und momentan haben wir viele Ideen.

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Was bisher geschah:
Zuvor beschäftigte sich der AK NoFortressEurope mit den Themen Flucht, Festung Europa, Sicherheitspolitik, Asylgesetzgebung, deutsche Außenpolitik und den damit verknüpften Problemen. Dabei lag ein besonderer Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit rassistischen Mythen und Bildern. Uns ging es vor allem um die Analyse der Diskurse über die europäischen Außengrenzen und über diejenigen, die täglich den Versuch unternehmen, nach Europa und schließlich Deutschland zu kommen.
Im April 2008 war der Arbeitskreis für 2 Wochen in Lampedusa, Italien, wo ein Auffanglager für Migrant*innen errichtet wurde, die versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Das Ziel der Fahrt war es, etwas über die Situation im Lager herauszubekommen, sich mit den Aktivist_innen und Organisationen als auch mit den Internierten zu vernetzen und natürlich zu protestieren. Es wurde viel Interviewmaterial für die Produktion eines Hörspiels zum Thema Rassismus, Kolonialismus, Reisefreiheit und Tourismus gesammelt. Im Juli 2008 wurde das Feature fertig gestellt. Es trägt den Titel: „Die Freiheit nehme ich dir! Über die Ungleichheit des Reisens“. Außerdem wurden zwei Zeitungsartikel über die Reise veröffentlicht.

Artikel:

  • Mobile Grenzen - Lampedusa und die italienisch-europäische Flüchtlingspolitik, erschienen in: iz3w - informationszentrum 3. Welt - Ausgabe 307 - Juli/August 2008
  • Die zweite Grenze - Lampedusa und die italienische Flüchtlingspolitik, erschienen in: Jungle World 21/2008
  • Hörspiel:
    Die Freiheit nehm' ich Dir - Über die Ungleichheit des Reisens, Auswandernde, Tourist*innen, Migrant*innen. Traumverwirklichung für die einen, Exotik und Abenteuer für die nächsten - Ende, Grenze, Schluss, Tod für die meisten. Bewegungsfreiheit für alle is not yet available. Das Feature der NATURFREUNDEjugend Berlin setzt sich mit dem Privileg der Reisefreiheit auseinander.